Sunday, January 11, 2015

Krim - Onlineressourcen (Karten und Listen) zu den geografischen Namen


Die Ereignisse des Jahres 2014 mit der Okkupation der Krim durch bewaffnete russ(länd)ische Einheiten und der nachfolgenden Annexion der ukrainischen Halbinsel durch die Russländische Föderation (RF)* haben die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf diese Region am Rande Europas gelenkt.

Wer sich mit den geografischen und ethnografischen Gegebenheiten der Halbinsel auseinandersetzen will, findet im Internet vielfältige Informationen, u.a. zu den traditionellen geografischen Namen, die - wie sich bei eingehender Betrachtung herausstellt - weniger den Moskauer Slogan des "Крым-наш" ("die Krim ist unser") untermauern, sondern vor allem auf die wechselhafte Geschichte der Krim hinweisen und nicht zuletzt eine Bevölkerungsgruppe in den Vordergrund treten lassen: die Krimtataren.

Eine erste Kostprobe der reichhaltigen Quellen im Netz ist die nachfolgende Übersicht der Namen der Städte und größeren Siedlungen der Halbinsel in den Sprachen der mit der Halbinsel am meisten verbundenen Völker:

Städte und größere Siedlungen der Halbinsel Krim 

Nachfolgend sind die Städte und größeren Siedlungen (über 10.000 Einwohner) sowie Rayon-Zentren der Halbinsel Krim aufgeführt, in folgenden Sprachen:
Deutsche Transkription auf Grundlage des aktuellen russischen Namens (mit historischen Formen in Klammern)**
Krimtatarisch
Türkisch
Ukrainisch
Russisch
Armenisch
ggf. Griechisch
(Erläuterungen zu Umbenennungen):
  • Alupka
    Alupka
    Alupka
    Алупка
    Алупка
    Ալուպկա
    Αλούπκα
    (-)
  • Aluschta
    Aluşta

    Aluşta
    Алушта
    Алушта
    Ալուշտա
    Αλούστα
    (-)
  • Armjansk (Armjans'kij Basar)
    Ermeni Bazar
    Ermenipazarı
    Армянськ (Вірменський Базар)
    Армянск (Армянський Базар)
    Արմիանսկ (Արմյանսկի Բազար)
    Αρμιάνσκ
    (seit 1921 Armjansk)
  • Bachtschisaraj
    Bağçasaray
    Bahçesaray
    Бахчисарай
    Бахчисарай
    Բախչիսարայ
    Μπακτσίσαραϊ
    (-)
  • Belogorsk (Karasubasar)
    Qarasuvbazar
    Karasupazar
    Білогірськ (Карасубазар)
    Белогорск (Карасубазар)
    Բելոգորսկ (Կարասու-Բազար)
    Μπελογκόρσκ
    (seit 1944 Belogorsk)
  • Dshankoj
    Canköy
    Canköy
    Джанкой
    Джанкой
    Ջանկոյ
    Ντζανκόι
    (-)
  • Feodosija (Kaffa)
    Kefe

    Kefe
    Феодосія (Кафа)
    Феодосия (Каффа)
    Թեոդոսիա
    Θεοδοσία
    (seit 1783 Feodosija)
  • Gaspra
    Gaspra

    Gaspıra
    Гаспра
    Гаспра
    Գասպրա
    Γασπρα
    (-)
  • Gresowskij
    Gresovskiy

    Gresovskiy
    Гресівський
    Грэсовский
    Գրեսովսկի
    (?)
    (-)
  • Gwardejskoje (Spat)
    Sarabuz

    Sarabuz
    Гвардійське (Спат)
    Гвардейское (Спат)
    Գվարդեյսկոե
    (?)
    (seit 1945 Gwardejskoje)
  • Inkerman
    İnkerman

    İnkerman
    Інкерман
    Инкерман
    Ինկերման
    Ίνκερμαν
    (-)
  • Jalta 
    Yalta

    Yalta
    Ялта
    Ялта
    Յալտա
    Γιάλτα
    (-)
  • Jewpatorija (Koslow)
    Kezlev

    Gözleve
    Євпаторія (Козлов)
    Евпатория (Козлов)
    Եվպատորիա
    Ευπατορία (hist. Κερκινίτις)
    (seit 1784 Jewpatorija)
  • Kertsch
    Keriç

    Kerç
    Керч
    Керчь
    Կերչ
    Κερτς (hist. Παντικάπαιον)
    (-)
  • Kirowskoje (Islam-Terek)
    İslâm Terek

    İslâm Direk
    Кіровське (Іслам-Терек)
    Кировское (Ислам-Терек)
    Կիրովսկոե
    (?)
    (seit 1945 Kirowskoje)
  • Krasnogwardejskoje (Kurman-Kemel'tschi)
    Qurman

    Kurman
    Красногвардiйське (Курман-Кемельчi)
    Красногвардейское (Курман-Кемельчи)
    Կրասնոգվարդեյսկոե
    (?)
    (seit 1944 Krasnogwardejskoje)
  • Krasnoperekopsk
    Krasnoperekopsk
    (Qızıl Or Qapı?)
    Kızıl Orkapı
    Красноперекопськ
    Красноперекопск
    Կրասնոպերեկոպսկ
    Κρασνοπερεκόπσκ
    (neugründung, benannt nach der 1920 von der Roten Armee verwüsteten, nördlich gelegenen Stadt Perekop - krimtatarisch Or Qapı)
  • Lenino (Sem' Kolodesjej)
    Yedi Quyu

    Yedi Kuyu
    Леніне (Сім Колодязів)
    Ленино (Семь Колодезей)
    Լենինո
    (?)
    (seit 1957 Lenino)
  • Nishnegorskij (Sejtler)
    Seyitler

    Seyitler
    Нижньогірський (Сеїтлер)
    Нижнегорский (Сейтлер)
    Նիժնեգորսկի
    (?)
    (seit 1944 Nishnegorskij)
  • Oktjabr'skoje (Bujuk-Onlar)
    Büyük Onlar

    Büyük Onlar
    Октябрське
    Октябрьское (Буюк-Онлар)
    Օկտյաբրսկոե
    (?)
    (seit 1944 Oktjabr'skoje)
  • Perwomajskoje (Dshurtschi)
    Curçı

    Curçı
    Первомайське (Джурчі)
    Первомайское (Джурчи)
    Պերվոմայսկոե
    (?)
    (seit 1944 Perwomajskoje)
  • Primorskij (Chafus)
    Hafuz
    Hafız
    Приморський (Хафуз)
    Приморский (Хафуз)
    Պրիմորսկի
    Πριμόρσκι
    (seit 1945 Primorskij)
  • Rasdol'noje (Ak-Scheich)
    Aqşeyh

    Akşeyh
    Роздольне (Акшейх)
    Раздольное (Ак-Шеих)
    Ռազդոլնոե
    (?)
    (seit 1944 Rasdol'noje)
  • Saki
    Saq

    Sak
    Саки
    Саки
    Սակի
    Σάκι
    (-)
  • Sewastopol' (Achtiar)
    Aqyar

    Akyar
    Севастополь (Ахтіар)
    Севастополь (Ахтиар)
    Սևաստոպոլ
    Σεβαστούπολη (hist. Χερσόνησος)
    (1784-1797 und seit 1826 Sewastopol')
  • Simferopol' (Ak-Metschet')
    Aqmescit

    Akmescit
    Сімферополь (Ак-Мечеть)
    Симферополь (Ак-Мечеть)
    Սիմֆերոպոլը
    Συμφερόπολη (Ακ Mεστζίτ)
    (seit 1784 Simferopol')
  • Sowetskij (Itschki)
    İçki

    Совєтський (Ічкі)
    Советский (Ички)
    Սովետսկի
    (?)
    (seit 1944 Sowetskij)
  • Staryj Krym
    Eski Qırım

    Eski Kırım
    Старий Крим
    Старый Крым
    Ստարիյ Կրիմ
    Σταρυι Κρυμ
    (-)
  • Sudak
    Sudaq

    Sudak
    Судак
    Судак
    Սուդակ
    Σουντάκ
    (-)
  • Schtschjolkino
    Şçolkino

    Şçolkino
    Щолкіне
    Щёлкино
    Շչյոլկինո
    Σκολκίν
    (-)
  • Tschernomorskoje (Ak-Metschet')
    Aqmeçit

    Akmeçet
    Чорноморське (Ак-Мечеть)
    Черноморское (Ак-Мечеть)
    Չերնոմորսկոե
    Τσερνομορσκ?
    (seit 1944 Tschernomorskoje)
* Da der gegenwärtige russ(länd)ische Staat sich "Российская Федерация" nennt - und nicht etwa "Русская Федерация" - wäre die Bezeichnung "Russländische Föderation" dem Begriff "Russische Föderation" vorzuziehen. In der Tat ist letztere Form die gängigere. Zuweilen werden beide Formen parallel verwendet, wie z.B. auf der Website der Verfassung der RF,
http://www.constitution.ru/de/part4.htm.
Siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Russl%C3%A4ndisch
.

** Die Auswahl der russischen Variante als Ausgangsform für die Transliteration ergibt sich aus der Rolle des Russischen als dominierende Verwaltungs- und Verkehrssprache der letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte auf der Krim, was sich in der Regel auch auf die gängigen Namensformen im deutschen Sprachgebrauch ausgewirkt hat. Mit der Annexion der Halbinsel Krim durch die Russländische Föderation im Jahre 2014 hat sie hingegen nichts zu tun und stellt mitnichten ein Statement zugunsten dieser rechtswidrigen Aktion dar.

Verwaltungsgliederung der Autonomen Republik Krim (Ukraine) in russischer Sprache:

Quelle: Wikimedia Commons / Autor: Aotearoa / Lizenz: CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0
 

Ortsumbenennungen

Abgesehen vom ersten Anschluss der Krim an Russland Ende des 18. Jahrhunderts war die Zeit nach der Deportation der Krimtataren Mitte der 1940 Jahre die Epoche mit den meisten Ortsumbenennungen. Ihre juristische Grundlage fanden diese Umbenennungen in folgenden Dekreten des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR (zu finden auf Wikisource):

Karten der Krim in ukrainischer Sprache

Obwohl in der Vergangenheit von staatlichen ukrainischen Stellen eine Reihe von Karten der Krim herausgegeben wurden, scheint doch nur ein kleiner Anteil davon in ukrainischer Sprache verfasst zu sein. Möglicherweise wurde damit dem Umstand Rechnung getragen, dass die Verkehrssprache auf der Krim Russisch ist - von Einheimischen (Krimtataren, Ukrainern und Russen) und Besuchern gleichermaßen gesprochen wird.

Deutschsprachige Karten der Krim /
(ehemalige) deutsche Siedlungen auf der Krim

Eine Vorstellung über den Beitrag deutscher (insbesondere mennonitischer) Siedler an der Entwicklung der Krim bieten die folgenden Karten der Seite "Choritza - Mennonitische Geschichte und Ahnenforschung":
Eine weitere Karte der deutschen Siedlungen auf der Krim hat das Antiquariat Elke Rehder online gestellt, aus Paul Langhans - Deutsche Kolonisation im Osten II. Auf slavischem (slawischem) Boden. Aus Langhans Deutscher Kolonial-Atlas, Karte Nr. 7. Gotha, Justus Perthes, abgeschlossen Juli 1897:
Deutsche Kolonien in Süd-Russland 

Eine genaue Übersicht über die deutschen Siedlungen des einstigen russischen Reiches enthält das Lexikon "Die Deutschen Russlands: Siedlungen und Siedlungsgebiete. Lexikon. Немцы России. Населенные пункты и места поселения. Энциклопедический словарь",
das von der Website "Geschichte der Wolgadeutschen" heruntergeladen werden kann.

Deutschsprachige Karte der Krim (ausgehend von den ukrainischen Ortsnamen):

Quelle: Wikimedia Commons / Autor: Maximilian Dörrbecker / Lizenz: CC-BY-SA-2.0

Quellen und weiterführende Ortsnamenlisten sowie Karten

Zur weiterführenden Lektüre sei an dieser Stelle folgendes Standardwerk empfohlen:
Henryk Jankowski: A Historical-Etymological Dictionary of Pre-Russian Habitation Names of the Crimea. Leiden–Boston, Brill, 2006 (Handbook of Oriental Studies. Section Eight, Central Asia,Volume 15). ISBN 0169-8524. [EN]
Dazu findet sich eine Rezension von Imre Baski bei Academia.edu (aus: Acta Orientalia Academiae Scientiarum Hung. Volume 61 (3), 385ff. (2008)). [EN]

In der Ortsnamendatenbank des Instituts für Estnische Sprache (EKI KNAB) [EE, EN, RU] lassen sich auch für die Krim und Sewastopol Ortsnamenlisten erzeugen:
Krim,
Sewastopol.
Angezeigt werden im Beispiel der Krim nur die ersten 750 Datensätze. Vollständige Listen lassen sich erhalten, indem die Suche weiter eingegrenzt wird, z.B. auf den Rayon Simferopol.

Hinweise


Sprachlabels:
[CRH] Krimtatarisch
[EE] Estnisch
[EN] Englisch
[RU] Ukrainisch
[TR] Türkisch
[UK] Ukrainisch

Ein Ergänzung der Übersicht zu den Onlineressourcen (Karten und Listen) über die geografischen Namen der Krim folgt gegebenenfalls zu geeigneter Zeit an dieser Stelle.

Thursday, October 01, 2009


    Wednesday, September 23, 2009

    Беларусь / Biełaruś


    Беларусь / Biełaruś
    Eine historisch-landeskundliche Karte von Belarus (Weißruthenien),
    die ich im Oktober 2004 entwickelt habe.
    Die Beschriftung ist in traditioneller Schreibweise nach der Grammatik von Bronisław Taraszkiewicz gehalten. Das ursprüngliche Siedlungs- bzw. Sprachgebiet der Weißruthenen (nach verschiedenen Quellen) ist weiß unterlegt und reichte einst, wie man sieht, teilweise weit in benachbarte Gebiete Polens (Podlachien), Litauens (Wilna-Gebiet), Lettlands (Südosten Lettgallens um Dünaburg) und Russlands (Smolensker und Bransker Gebiet). Die traditionellen ethno-kulturellen Regionen sind grün beschriftet. Orte des Gedenkens an die in den 1930er und 1940er Jahren begangenen Verbrechen sind mit roten Kreuzen markiert. Flagge und Wappen sind die der 1918 gegründeten Weißruthenischen Volksrepublik bzw. der Republik Belarus' nach 1991.

    Tuesday, February 01, 2005

    Ein Hoch auf Ephraim Kishon, den allerbesten Botschafter Israels!

    Morgen nun wird Ephraim Kishon begraben, dem wir so viele köstliche Geschichten verdanken. Ich denke da nur an "Schaschlik, Sum-Sum, Wus-Wus", in dem der (aschkenasische) Erzähler seine abenteuerlichen Erfahrungen mit der sephardischen Küche schildert. Ich habe Tränen gelacht ... Ähnlich ging es meiner Daniela mit der Geschichte "Chamsin und Silberrausch" (beide Stücke sind zu finden in: "Drehen Sie sich um Frau Lot! Satiren aus Israel"). Aus beruflicher Sicht hatte ich mein Aha-Erlebnis in "Kishon für Kenner. ABC der Heiterkeit." Dort heißt es zum Thema "Tagung": "Das Stoßgebet des durchschnittlichen israelischen Bürgermeisters lautet: 'Herr des Himmels und der Erde, unsere tägliche Tagungs gib uns heute.' Und der Herr in seiner grenzenlosen Huld und Güte erhebt seine Stimme und spricht zu den Orthopäden der Welt wie folgt: 'Machet euch auf und versammelt euch in Natania im Lande Israel, und verweilet dort sechs Tage, und tuet nichts.' Und so geschieht es." Nun also hat dieser große, helle Geist und Brückenbauer den Kreis der Lebenden verlassen und bleibt dennoch bei uns. Ich denke, dass er mit seinen geistreichen Worten bei denen, die seine Werke lesen, weiter lebendig sein wird und seinen Teil dazu beitragen wird, dass Menschen bereit sind, sich ausgewogen mit dem Werden und Sein des Staates Israel auseinanderzusetzen und das Besondere diese Staates für seine Bürger und die Juden in aller Welt zu begreifen. Für mich hat Kishon jedenfalls eben dies bewirkt, ähnlich wie die Bücher von Michael Moore mir die USA und deren Menschen emotional näher gebracht haben, als mehrere Jahrzehnte amerikanischer Fernsehsendungen es vermocht haben - mit Humor und einer unübersehbaren Liebe zu den Menschen und ihrem Land. Botschafter, wie die Welt sie braucht ... !שלום